Josef Albers und Max Bill
18. März - 20. Mai 2017
Nach einer Ausbildung als Silberschmied zog es Max Bill 1927 im Alter von 18 Jahren nach Dessau ans Bauhaus. Dort kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Josef Albers, der den Vorkurs leitete. „Albers hatte den Studenten im Vorkurs zunächst nur Schere und Papier gegeben. Damit sollten sie falten und schneiden. Die Aufgabe formulierte Albers präzis: „Festigkeit- und Konstruktionsuebungen ohne Verschnitt, mit positiver und negativer Bewegung.“[1]
Verdrehungen und Spielereien resultierten in optisch komplexen Konstruktionen. Diese Eleganz in der Reinheit und Ehrlichkeit ist einer der Grundgedanken, welche die Kunstwerke von Josef Albers und Max Bill verbindet.
Der Begriff ‚Konkrete Kunst’ wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und umschreibt eine Kunst, die auf geometrischen Grundlagen beruht und sich auf nichts anderes als sich selbst bezieht. In diesem Sinne können wir die Werke von Albers und Bill nicht wirklich als Abstraktionen einer Umwelt bezeichnen, sondern als reine Form. Josef Albers hatte den Begriff ‘Konkret’ bereits früh benutzt; Max Bill nahm ihn auf und organisierte dazu die erste internationale Ausstellung 1944. So kann Josef Albers als Vorläufer, Max Bill jedoch als Vollendender und Verwirklichter der konkreten Kunst gelten.
Die Ausstellung Josef Albers /Max Bill bringt das erste Mal seit 1949 die beiden Künstler in einer Doppelausstellung zusammen. Nachdem sie gemeinsam 1948 in der Ausstellung Albers, Arp, Bill in der Galerie Herbert Hermann in Stuttgart ausgestellt hatten, kamen Sie im folgenden Jahr 1949 wieder zusammen um die Ausstellung Max Bill und Josef Albers in der Galerie Gerd Rosen in Berlin einzurichten.
Zentraler Bestandteil der Ausstellung ist die Gegenüberstellung von zwei Hommage to the Square (beide 1958) von Josef Albers, denen zwei auf Quadraten basierenden Bildern (Konzentration, 1962-63 und Kompression, 1961) von Max Bill gegenübergestellt sind. Es wird klar, dass sich beide Künstler mit den gleichen Thematik der Proportion, Farbigkeit, Komposition, und Dimension beschäftigen und dabei stets versuchen zu eruieren, was genau der Inbegriff eines vollendeten Kunstwerkes sein könnte.
Die Skulpturen im Eingangsbereich erinnern an Bills Anfänge am Bauhaus, als er unter Albers studiert hatte. Die Unendliche Schlaufe wurde bereits in den dreissiger Jahren von ihm entwickelt und wird ihn sein Leben lang in verschiedenen Materialien und Varianten begleiten. Diese Wandlungen einer Formensprache findet man durchgehend auch im Werk von Albers; Wie Bill, arbeitet Albers in einer Balance zwischen Fantasie und Gesetzmässigkeit, und zwischen Chaos und Ordnung.
In der Ausstellung treffen zwei politisch engagierte Pädagogen aufeinander, welche sich nicht nur als Erneuerer einer Kunstrichtung sehen, sondern bemüht sind, ihre Ideen um die Welt zu streuen und insbesondere an die nächste Generation weiterzugeben. „Josef Albers und Max Bill werden einen jahrelangen Briefwechsel über Kunst führen. Von allen Menschen, denen der junge Bill am Bauhaus begegnete, wird sich der Kontakt zu Albers als der am längsten andauernde erweisen.“ [2]
[1] Angela Thomas, mit subversivem glanz, max bill und seine zeit, band 1: 1908-1939, Scheidegger & Spiess, 2008, S. 121
[2] Angela Thomas, mit subversivem glanz, max bill und seine zeit, band 1: 1908-1939, Scheidegger & Spiess, 2008, S. 123
Galerie Knoell | Luftgässlein 4 | 4051 Basel | Tel. +41 61 271 30 26
Öffnungszeiten:
Di – Fr: 13 – 18 Uhr
Sa: 11 – 16 Uhr
